Garten Vorsaison beginnt
Die letzten Jahre hab ich es immer wieder verpasst, rechtzeitig neues Saatgut zu bestellen und Pflanzen vorzuziehen. Jetzt ist die Zeit das vorhandene Saatgut zu sichten, altes Saatgut auszusortieren und neues zu bestellen. Verfallsdatum beachten. Wenn das Datum überschritten ist, muss man die Samen aber nicht gleich wegwerfen. Man kann sie in einer Pflanzschale eng aussähen und dann sehen, welche keimen. Ist dann nicht schlimm, wenn sie nicht alle keimen, pikiert man halt die, die es gepackt haben.
Zur Organisation des Saatguts eignen sich alte Diskettenboxen hervorragend. Man findet solche Boxen in der Abstellkammer des Büros oder auf dem Flohmarkt für kleines Geld. Darin bleiben die Samen trocken, geschützt und die Boxen sind oft stapelbar. So kann man bequem durch die Tütchen fingern und sichten.
Im Baumarkt und Gartencenter gibt es in der Regel nur F1-Hybrides Saatgut. Das verspricht zwar in der ersten Generation hohe Erträge und resistente Pflanzen, diese sind aber steril oder zeugen Nachkommen minderer Qualität, so dass man jedes Jahr gezwungen ist, neues Saatgut zu kaufen. Die finanzielle Belastung hält sich zwar in Grenzen, aber wie sagt man? “Kleinvieh macht auch Mist”. Und es kann nicht im Sinne des nachhaltigen Gärtnerns sein, dass man nicht fortpflanzungsfähige Pflanzen zieht.
Es gibt genügend Online-Shops, bei denen man saatfestes, ökologisches Saatgut bekommt. Hier eine Auswahl.
Alle Wärme liebenden Pflanzen ziehe ich als erstes vor, denn sie brauchen in unseren Breitengraden etwas länger für ihr Wachstum. Es kommen also Tomaten, Chili, Paprika und Auberginen als erstes ins kleine Gewächskaus auf die Fensterbank. Zuchini, Gurken und Kürbisse lohnen sich auf der Fensterbank hingegen kaum, wie wir letzte Saison feststellen mussten. Isa hatte einen Kürbis vorgezogen, der als erste Pflanze als Starkzehrer auf dem Kompost gepflanzt wurde. Es war aber schwierig, die Pflanze unverletzt zu transportieren und umzupflanzen. Die gurkenartigen haben leicht zerbrechliche Blattstiele, wenn sie jung sind, und die Schnecken haben sich den ganzen Sommer hauptsächlich an diesem Kürbis gelabt, und jene Zuchini und Kürbisse verschont, die direkt daneben aus Samen vor Ort gezogen wurden. Die direkt eingesäten wachsen auch so schnell, dass sie die vorgezogenen relativ schnell einholen. Also den knappen Fensterbankplatz sinnvoller nutzen.
Dieses Jahr werde ich wohl auch mehr Kartoffeln pflanzen. Die sind stressfrei und bringen einen sinnvollen Ertrag. Vorletzte Saison hatte ich Blue Congo, die lilafarbenen, die zwar sehr lecker waren, aber bei der Ernte im dunklen Boden eher schlecht auszumachen waren. Letzte Saison gab es leckere kleine Marzipankartoffeln, die ich bei Samen Kretz in der Brückstrasse erstanden habe. Die sind eh super nett da und beraten einen ganz gut. Diese Saison werde ich eine Sorte frühe und eine Sorte späte Kartoffeln aussuchen. Hab mir vorgenommen eine Sorte mit roter Schale und gelbem Fruchtfleisch zu wählen. Auf Spiegel Online gab es kürzlich einen lesenswerten Artikel zu dem Thema. Beim Biogartenversand gibt es eine riesige Auswahl an Kartoffeln.
Nachdem die Topinambur letzte Saison so hervorragend gewachsen sind, werde ich die wohl auch wieder gegen den Giersch ins Rennen schicken. Topinambur scheint kurz vor einer Renaissance zu stehen, wie dieser Artikel auf SPON nahelegt. Die Knolle ist variabel verwendbar, aber auf Schweine schnitel werde ich wohl verzichten.
datum: 24. Januar 12
in: Garten, Selbstversorgung
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